geschieht permanent und überall im Mikro- und Makro-Kosmos, in allen Aspekten des Daseins. Bewusstsein, Werte, Haltungen, Fähigkeiten und Wissen; seelische Ein-Sicht, Geist und Körper des Menschen, alle Gruppen, Nationen, Staaten und EINE Welt entwickeln sich ständig mehr oder weniger schnell und bewusst. Klarheit über Ziel und Art gewünschter Entwicklung ist nötig, um Wachstum richtig und bewusst zu fördern. Besonders vordringlich erscheint dabei menschliche Entwicklung vom Individuum bis zur ganzen Menschheit.

Entwicklungspolitisches Engagement ist für mich immer verbunden mit dem Versuch, "etwas zu ändern", was in der Praxis auf Grund eigener Erfahrungen "vor Ort" nicht funktioniert. Zunächst waren es die eigenen Fehler. Als eigene Irrwege erkannt und weitgehend korrigiert waren, stellte ich fest, dass ich Irrwege mit vielen - auch offiziellen, staatlichen - "Hilfswilligen" teilte. Diese orientier(t)en sich zumeist an den offiziellen Vertretern der sich entwickelnden Staaten und allenfalls an Führern der Zivilgesellschaft, aber kaum an den Menschen an der Basis. Der eigene Lernprozess verdeutlichte zwei - aus meiner Sicht - besonders gravierende Irrwege: erstens bezogen auf Einzelmaßnahmen und zweitens auf falsche Prioritäten in der Bildungsförderung. Einzelmaßnahmen waren und sind grundsätzlich problematisch, wenn dahinter kein sinnvolles Gesamtkonzept steht. Punktuelle Maßnahmen sind außerdem häufig überdimensioniert und ersticken örtliche Eigeninitiative. Außerdem fördern sie verstärkt Korruption. Sinnvoll erscheinen mir in der Praxis - wenn überhaupt - nur solche Einzelmaßnahmen, die "unten", an der Basis ansetzen, die von dieser Basis gewollt, getragen und verantwortet werden. Folglich sind dies häufig kleine und kleinste "Hilfen", die ursprünglich mit öffentlichen Mitteln nicht finanzierbar waren. Sie sind zu aufwendig für staatliche Verwaltungs- und Genehmigungsstrukturen.
An dieser Stelle setzte meine erste "Veränderungsbemühung" an. Sie dauerte 5 Jahre - von 1984 bis zur erfolgreichen Beendigung einer Pilotphase in 1989. Seit 1990 funktioniert das ursprünglich "Partnerschafts-Helfer-Modell" genannte Mini-Cofinanzierungs-Verfahren erfolgreich im Rahmen des vom ded (Deutscher Entwicklungsdienst) durchgeführten Instrumentariums des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit in Entwicklung (BMZ) unter dem Namen "Programm zur Förderung einheimischer Organisationen und Selbsthilfe-Initiativen" (s. hierzu auch den ded-Beitrag "Von der Partnerschafts-Hilfe zur Beratung einheimischer Organisationen" im Buch "SOLIDARITÄT die ankommt", S.231-270). ) Dieses Programm ergänzt im Micro-Finanzsektor die global erfolgreichen Micro-Credit Systeme, wie sie insbesondere von Prof. Yunus und seiner Grameen-Bank bekannt wurden
Die zweite entwicklungspolitische Initiative benötigte nur ein Jahr bis zum Erfolg: einem fast einstimmigen parlamentarischen Beschluss zur prioritären Förderung von Grundbildung in sich entwickelnden Ländern am 30. Oktober 1990. Ergänzt wurde und wird dies durch die schon seit vielen Jahren praktizierte und durch die "Initiative Vorschuldidaktik" propagierte hochwertige Vorschul-Bildung. Diese Zielsetzung von guter frühkindlicher Entwicklung ist nun endlich auch bei uns in Deutschland politisch "angekommen". Sie ergänzt das Grundbildungskonzept.
Andere eigene entwicklungspolitische Initiativen waren weniger erfolgreich - so z. B. der Vorschlag, hochrangige erfahrene deutsche Fach-Senioren zur Unterstützung politischer Strukturen in internationalen Organisationen und dafür offenen sich entwickelnden Staaten als "Bundes-Beraterinnen h.c." anzuwerben. Diese Initiative verflachte zu einem Unterpunkt des SES (Senior Expert Servive) - eine erfolgreiche Initiative, aber nicht auf der gleichen Ebene. Nicht jedes Rad muss neu erfunden werden. Manchmal genügt auch eine "bessere Reifenqualität". Die von Prof. Dr. Franz-Josef Radermacher und Österreichs Ex-Vizekanzler Dr. Josef Riegler 2004 ins Leben gerufene Initiative mit dem Ziel einer globalen Öko-Sozialen Marktwirtschaft erschien mir so relevant für eine gerechte "Welt in Balance", dass ich sie von Anbeginn an voll mittrage - z. B. in 2006 durch Herausgabe des Buches "SOLIDARITÄT die ankommt!" für die dahinter stehende "Global Marshallplan Initiative". - s. eigene nachfolgende Seite.